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Wiens, Erna Janzen (1905-1994)

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'''1905-1994'''
 
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Vancouver, Britische Kolumbien
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Am Sonntag, dem 7. August 1994, beendete Frau Erna Wiens ihren 89jährigen Lebenslauf. Die Trauerfeier fand am 11. August in der Ersten Vereinigten Mennonitenkirche zu Vancouver statt. Erna Wiens und ihr Mann, Prediger J. B. Wiens, waren es, die 1937 gemeinsam eine große Rolle in der Gründung dieser Kirche spielten. So war es wohl kaum erstaunlich, daß sehr viele Gäste erschienen ware, um von Erna Wiens Abschied zu nehmen. Pred. Helmut Isaak hielt die Abschiedsrede. Der Frauenchor sang einige von den Lieblingsliedern der Verstorbenen. Die zwei Söhne, John und Ernst, widmeten der Mutter warme Worte der Liebe und lasen das Lebensverzeichnis vor, der eine auf englisch und der andere auf deutsch. Die älteste Großtochter, Jane Buck, brachte auch noch kurz ihre große Liebe der Großmutter gegenüber zum Ausdruck. Nach der Beerdigung folgte ein Gemeinschaftsmahl, wo ein Austausch liebender Erinnerungen an die abgeschiedene Schwester stattfand. Man merkte bald be diesem Austausch, daß Frau Wiens von jung und alt geliebt wurde. Alle stimmten damit überein, daß sie eine äußerst große Lücke in der Kirche sowie auch unter den Familiengliedern hinterlassen wird.
 
Am Sonntag, dem 7. August 1994, beendete Frau Erna Wiens ihren 89jährigen Lebenslauf. Die Trauerfeier fand am 11. August in der Ersten Vereinigten Mennonitenkirche zu Vancouver statt. Erna Wiens und ihr Mann, Prediger J. B. Wiens, waren es, die 1937 gemeinsam eine große Rolle in der Gründung dieser Kirche spielten. So war es wohl kaum erstaunlich, daß sehr viele Gäste erschienen ware, um von Erna Wiens Abschied zu nehmen. Pred. Helmut Isaak hielt die Abschiedsrede. Der Frauenchor sang einige von den Lieblingsliedern der Verstorbenen. Die zwei Söhne, John und Ernst, widmeten der Mutter warme Worte der Liebe und lasen das Lebensverzeichnis vor, der eine auf englisch und der andere auf deutsch. Die älteste Großtochter, Jane Buck, brachte auch noch kurz ihre große Liebe der Großmutter gegenüber zum Ausdruck. Nach der Beerdigung folgte ein Gemeinschaftsmahl, wo ein Austausch liebender Erinnerungen an die abgeschiedene Schwester stattfand. Man merkte bald be diesem Austausch, daß Frau Wiens von jung und alt geliebt wurde. Alle stimmten damit überein, daß sie eine äußerst große Lücke in der Kirche sowie auch unter den Familiengliedern hinterlassen wird.
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Schön und glücklich war ihre Kindheit im Kreise ihrer Geschwister, von treuer Elternliebe umgeben. Die christliche Erziehung der Kinder fing schon mit sehr jungen Jahren an. Als sie 15 Jahre alt war, wurde sie auf ihren Glauben an ihren Heiland und Erlöser getauft und in die Gemeinde aufgenommen. Ihr Vater taufte ihren Bruder und sie an Pfingsten 1920 in der Orloffer Kirche. Zwei Jahre später, 1922, starb ihre geliebte Mutter. Das waren schwere Zeiten – Krieg, Hunger und Sterben. 1923 bekamen sie in Eliese Janzen, geb. Reimer, eine liebe zweite Mutter. 1924 wanderte ihre groß Familie nach Kanada aus. Am Heiligen Abend landete sie in St. John, New Brunswick. Von dort ging es am Weihnachtstage weiter nach Waterloo, Ontario, ihrer neuen Heimat.
 
Schön und glücklich war ihre Kindheit im Kreise ihrer Geschwister, von treuer Elternliebe umgeben. Die christliche Erziehung der Kinder fing schon mit sehr jungen Jahren an. Als sie 15 Jahre alt war, wurde sie auf ihren Glauben an ihren Heiland und Erlöser getauft und in die Gemeinde aufgenommen. Ihr Vater taufte ihren Bruder und sie an Pfingsten 1920 in der Orloffer Kirche. Zwei Jahre später, 1922, starb ihre geliebte Mutter. Das waren schwere Zeiten – Krieg, Hunger und Sterben. 1923 bekamen sie in Eliese Janzen, geb. Reimer, eine liebe zweite Mutter. 1924 wanderte ihre groß Familie nach Kanada aus. Am Heiligen Abend landete sie in St. John, New Brunswick. Von dort ging es am Weihnachtstage weiter nach Waterloo, Ontario, ihrer neuen Heimat.
   
1929 heiratete sie J. B. Wiens, Prediger der Waterloo-Kitchener Mennonitengemeinde. Auch sie konnten sagen: "Dein Gott ist mein Gott, dein Volk is mein Gott [sic], und wo du stirbst, da will auch ich begraben sein." Der Herr schenkte ihnen drei liebe Kinder – zwei Söhne und eine Tochter. 1937 zog die Familie nach Vancouver, Britisch Kolumbien, wo ihr Mann als Prediger einer neu gegründeten mennonitischen Kirche angestellt wurde. 1975 starb ihr Mann nach einer langen Krankheit. Frau Wiens überlebte ihren Mann mit fast 19 Jahren. Auch dies waren gute, lohnende Jahre für sie und ihretwegen noch viel mehr für ihre Kinder, Gro&szlig- und Urgroßkinder. Sie hatte einen besonderen Lebensgenuß. Sie genoß alles in ihrem täglichen Leben: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Arbeit und ihr Heim. Bis zu ihrem Ende hinterließ sie eine sehr große, positive Wirkung auf alle, mit denen sie in Berührung kam. Während der letzten Jahren ihres Lebens litt sie an schwerer Herzkrankheit. Diese Krankheit verursachte wiederholt, besonders frühmorgens, großen Druck auf die Brust und auch andere Leiden. Wenn sich jedoch der Druck etwas verringerte, war sie auch sofort wieder bereit, Besuche zu machen, zu backen, zu kochen und zu stricken.
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1929 heiratete sie J. B. Wiens, Prediger der Waterloo-Kitchener Mennonitengemeinde. Auch sie konnten sagen: "Dein Gott ist mein Gott, dein Volk is mein Gott [sic], und wo du stirbst, da will auch ich begraben sein." Der Herr schenkte ihnen drei liebe Kinder – zwei Söhne und eine Tochter. 1937 zog die Familie nach Vancouver, Britisch Kolumbien, wo ihr Mann als Prediger einer neu gegründeten mennonitischen Kirche angestellt wurde. 1975 starb ihr Mann nach einer langen Krankheit. Frau Wiens überlebte ihren Mann mit fast 19 Jahren. Auch dies waren gute, lohnende Jahre für sie und ihretwegen noch viel mehr für ihre Kinder, Groß- und Urgroßkinder. Sie hatte einen besonderen Lebensgenuß. Sie genoß alles in ihrem täglichen Leben: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Arbeit und ihr Heim. Bis zu ihrem Ende hinterließ sie eine sehr große, positive Wirkung auf alle, mit denen sie in Berührung kam. Während der letzten Jahren ihres Lebens litt sie an schwerer Herzkrankheit. Diese Krankheit verursachte wiederholt, besonders frühmorgens, großen Druck auf die Brust und auch andere Leiden. Wenn sich jedoch der Druck etwas verringerte, war sie auch sofort wieder bereit, Besuche zu machen, zu backen, zu kochen und zu stricken.
   
 
Wir schließen mit den eigenen Worten von Frau Wiens:
 
Wir schließen mit den eigenen Worten von Frau Wiens:

Latest revision as of 16:21, 7 November 2019

Der Bote obituary: 1994 Sep 14 p. 7

Birth date: 1905 Mar 23

Text of obituary:

Wiens erna 1994.jpg

Erna Wiens

1905-1994

Vancouver, Britisch Kolumbien

Am Sonntag, dem 7. August 1994, beendete Frau Erna Wiens ihren 89jährigen Lebenslauf. Die Trauerfeier fand am 11. August in der Ersten Vereinigten Mennonitenkirche zu Vancouver statt. Erna Wiens und ihr Mann, Prediger J. B. Wiens, waren es, die 1937 gemeinsam eine große Rolle in der Gründung dieser Kirche spielten. So war es wohl kaum erstaunlich, daß sehr viele Gäste erschienen ware, um von Erna Wiens Abschied zu nehmen. Pred. Helmut Isaak hielt die Abschiedsrede. Der Frauenchor sang einige von den Lieblingsliedern der Verstorbenen. Die zwei Söhne, John und Ernst, widmeten der Mutter warme Worte der Liebe und lasen das Lebensverzeichnis vor, der eine auf englisch und der andere auf deutsch. Die älteste Großtochter, Jane Buck, brachte auch noch kurz ihre große Liebe der Großmutter gegenüber zum Ausdruck. Nach der Beerdigung folgte ein Gemeinschaftsmahl, wo ein Austausch liebender Erinnerungen an die abgeschiedene Schwester stattfand. Man merkte bald be diesem Austausch, daß Frau Wiens von jung und alt geliebt wurde. Alle stimmten damit überein, daß sie eine äußerst große Lücke in der Kirche sowie auch unter den Familiengliedern hinterlassen wird.

Lebenslauf

Erna Wiens, geb. Janzen, wurde am 23. März 1905 in der weiten südrussischen Steppe, im kleinen Friedensdorf geboren. Ihre Eltern waren Ält. J. H. Janzen und Helene Janzen, geb. Braun.

Schön und glücklich war ihre Kindheit im Kreise ihrer Geschwister, von treuer Elternliebe umgeben. Die christliche Erziehung der Kinder fing schon mit sehr jungen Jahren an. Als sie 15 Jahre alt war, wurde sie auf ihren Glauben an ihren Heiland und Erlöser getauft und in die Gemeinde aufgenommen. Ihr Vater taufte ihren Bruder und sie an Pfingsten 1920 in der Orloffer Kirche. Zwei Jahre später, 1922, starb ihre geliebte Mutter. Das waren schwere Zeiten – Krieg, Hunger und Sterben. 1923 bekamen sie in Eliese Janzen, geb. Reimer, eine liebe zweite Mutter. 1924 wanderte ihre groß Familie nach Kanada aus. Am Heiligen Abend landete sie in St. John, New Brunswick. Von dort ging es am Weihnachtstage weiter nach Waterloo, Ontario, ihrer neuen Heimat.

1929 heiratete sie J. B. Wiens, Prediger der Waterloo-Kitchener Mennonitengemeinde. Auch sie konnten sagen: "Dein Gott ist mein Gott, dein Volk is mein Gott [sic], und wo du stirbst, da will auch ich begraben sein." Der Herr schenkte ihnen drei liebe Kinder – zwei Söhne und eine Tochter. 1937 zog die Familie nach Vancouver, Britisch Kolumbien, wo ihr Mann als Prediger einer neu gegründeten mennonitischen Kirche angestellt wurde. 1975 starb ihr Mann nach einer langen Krankheit. Frau Wiens überlebte ihren Mann mit fast 19 Jahren. Auch dies waren gute, lohnende Jahre für sie und ihretwegen noch viel mehr für ihre Kinder, Groß- und Urgroßkinder. Sie hatte einen besonderen Lebensgenuß. Sie genoß alles in ihrem täglichen Leben: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Arbeit und ihr Heim. Bis zu ihrem Ende hinterließ sie eine sehr große, positive Wirkung auf alle, mit denen sie in Berührung kam. Während der letzten Jahren ihres Lebens litt sie an schwerer Herzkrankheit. Diese Krankheit verursachte wiederholt, besonders frühmorgens, großen Druck auf die Brust und auch andere Leiden. Wenn sich jedoch der Druck etwas verringerte, war sie auch sofort wieder bereit, Besuche zu machen, zu backen, zu kochen und zu stricken.

Wir schließen mit den eigenen Worten von Frau Wiens:

Unser Leben war reich an Arbeit, reich an Entbehrungen, aber auch reich an Glück und Freude. Nie, nie hat der Herr uns allein gelassen. Auch wir können sagen: "In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet." Wenn ich zurückdenke an unser Leben, als alles was gewesen ist, muß ich sagen: "Der Herr hat alles wohlgemacht!" Gebe Gott, daß wir alle, Kinder und Großkinder, uns einst droben im Lichte wiedersehen möchten!

Die Familie ♦

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